Frage: Wie gehe ich in Bezug auf Kindergarten oder Schule um, wenn mein Kind leichte Erkältungszeichen entwickelt?

AntwortSeit dem 1.8. gelten neue Regelungen für Kinder und Jugendliche zur Zulassung für Kindergarten und Schule. Details finden Sie hier: 

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/umgang-mit-erkaeltungs-und-krankheitssymptomen-bei-kindern-und-jugendlichen/

 

Frage: Ich habe einen Termin zur Vorsorge meines Säuglings ausgemacht und bin unsicher, ob ich jetzt den Termin wahrnehmen sollte, aus Sorge vor Infektionen?

AntwortWir haben Vorsorgetermine zeitlich und räumlich streng von der Akutsprechstunde getrennt, selbst bei den Vorsorgen und Impfungen sind wir mit Schutzkleidung eingekleidet. Bitte kommen Sie zu den vereinbarten Terminen, da besonders im Säuglingsalter körperliche Störungen manchmal erst im Laufe mehrerer Kontrollen in Erscheinung treten, die gravierende Beeinträchtigungen zur Folge haben können, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden. Die Beurteilung der gesunden Entwicklung im frühen Säuglingsalter erfordert viel Erfahrung. Diese einzuschätzen ist manchmal selbst für erfahrene Eltern nicht ganz leicht.

 

Frage: Ich habe Angst meinen Säugling jetzt im Rahmen der Grundimmunisierung impfen zu lassen, weil ich befürchte, dass dadurch sein Immunsystem geschwächt werden könnte.

Antwort: Es gibt keine Hinweise, dass durch die Grundimmunisierungen das Immunsystem geschwächt wird. Im Gegenteil kann durch den Keuchhusten- und den Pneumokokken Bestandteil eine Schwächung der Lunge durch diese Krankheitserreger vermieden werden. So sehen wir nach einer durchgemachten Keuchhusten Infektion oft eine anhaltende über Monate bestehende starke Anfälligkeit der Atemwege. 

 

Sehen Sie hierzu auch die Stellungnahme des Berufsverbandes der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin:

https://www.dakj.de/stellungnahmen/covid-19-impfungen-und-frueherkennungsuntersuchungen/

 

sowie des Robert- Koch- Institutes:

 

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

 

Frage: Stimmt es, dass Kinder leichtere Verläufe haben?

Antwort: In der Regel ja, Kinder erkanken meist nur leicht, teils auch ohne eindeutige Symptome wie Fieber, Husten oder Halsschmerzen oder Durchfall. Umso wichtiger ist daher trotz fehlender Symptome zunächst das Meiden des Kontaktes zur älteren Risikobevölkerung.

 

Frage: Ist eine Grippe- Impfung dieses Jahr auch bei meinem ansonsten gesunden Kind ohne chronische Vorerkankungen sinnvoll?

Antwort: Es gibt tatsächlich medizinische Überlegungen, die dies nahe legen: Eine Erst- Infektion mit Influenza führt zu einer Erhöhung des Rezeptors, der bei einer anschließenden Coronainfektion die Aufnahme des Coronavirus erleichtert und damit möglicherweise die Schwere der Erkrankung beeinflußt. Somit können Influenzaviren Wegbereiter für eine Coronainfektion sein. Daher empfehlen wir die Impfung dieses Jahr auch bei Kindern ohne Vorerkrankung, frühestens ab dem 6. Lebensmonat.

 

Frage: Welchen Beitrag kann ich/ können wir als Eltern mit unsern Kindern in der Coronakrise leisten?

Antwort: Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Ausscheidung von Tröpfchen ohne genügend Abstand von 1,5 Metern z.B. durch Husten oder Sprechen eine Weiterverbreitung der Infektion fördert.

In unserem Kulturkreis haben wir uns nicht wie in asiatischen Ländern an Abstandsregeln gewöhnt. Daher ist die sinnvollste Maßnahme jedes Einzelnen das Tragen von selbst einfachen Stoff-Gesichtsmasken. Auch Kleinkinder ab einem Jahr gewöhnen sich, wenn ihr Umfeld das vormacht oftmals erstaunlich schnell an das Tragen der Masken. 

Wie Kontaktverbote verlangsamen Masken die Pandemie. Denn auch ohne klare Symptome kann man ansteckend sein.

 

Was können Sie für uns tun? Um bei einem Arztbesuch das Praxisteam und Ärzte zu schützen, sollten Sie wie auch Ihre Kinder in der Praxis einen Mund-Nasen- Schutz tragen. So bekommen wir wir niedergelassenen Ärzte und unser Team eine Art Schutzwall von unseren Patienten. Dies ist wichtig, da professionelle Schutzkleidung knapp ist und wir Ärzte bei der Untersuchung keinen Sicherheitsabstand einhalten können.

 

https://www.zusammengegencorona.de/informieren/masken-mund-nasen-schutz-kann-bei-der-eindaemmung-der-epidemie-hilfreich/

 

Frage: Mein Kindergarten /Schule verlangt ein Attest zum Ausschluß Coronavirus- Infektion oder zur Wiederzulassung. Wie soll ich mich verhalten?

Antwort: Die Konzepte zur Öffnung der Schulen, Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Baden-Württemberg, wie sie von der Landesregierung für alle Einrichtungen vorgesehen sind, sehen solche Atteste nur als Elternbestätigung vor.

 

Eltern müssen vor dem ersten Besuch der Einrichtung eine Erklärung abgeben:

 

- dass ihr Kind in den letzten 14 Tagen keinen Kontakt zu einer infizierten Person hatte,

 - dass ihr Kind sowie die im Hausstand lebenden Personen keine Symptome der

 Krankheit Covid-19 (z.B. Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigung, erhöhte Temperatur > 38°,

 Husten) aufweisen,

 - dass die Einrichtung umgehend informiert wird, wenn die oben genannten Krankheitsanzeichen

 auftreten,

 - dass ihr Kind bei Auftreten von Krankheitsanzeichen während der Betreuung umgehend

 abgeholt wird.

  

Im Krankheitsfall (Vorgegeben sind folgende Symptome: Husten, Fieber > 38°, Geruchs- oder

Geschmacksverlust) müssen Kinder dann so lange der Einrichtung fernbleiben, bis sie 48 Stunden keine Krankheitssymptome mehr ausweisen.

  

Die Entschuldigung und Bestätigung der Symptomfreiheit erfolgt durch Sie als Eltern.

Weder eine verpflichtende Vorstellung beim Arzt noch ein Attest ist dabei vorgesehen. Als ihr betreuender Kinderarzt berate ich oder mein Team ggf. telefonisch, ob eine Vorstellung aus medizinischen Gründen notwendig ist.